Grenzgänger in der Schweiz: Das müssen Sie wissen!

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Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen für deutsche Grenzgänger in der Schweiz – und für die, die es noch werden wollen. Bei Fragen zu den Themen Bewilligungen, Steuern und Versicherungen für Grenzgänger stehen wir Ihnen auch telefonisch und vor Ort in unserem Grenzgänger Büro in Lörrach zur Verfügung. 

Eine nützliche Grenzgänger-Checkliste zum Herunterladen und Ausdrucken finden Sie hier:

 

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Bewilligungen
  2. Steuern
  3. Krankenversicherung und Pflegeversicherung
  4. Rentenversicherung
  5. Unfallversicherung
  6. Arbeitslosenversicherung

 

Bewilligungen

Möchte man als Ausländer in der Schweiz arbeiten, so ist eine Bewilligung erforderlich. 

Als Grenzgänger wird gewöhnlich die Grenzgängerbewilligung benötigt. Diese beantragt der Arbeitgeber für den Grenzgänger bei der zuständigen kantonalen Stelle. Die Meldung erfolgt heutzutage meist per Online-Meldeformular, benötigt wird ein Passfoto sowie eine Kopie des Personalausweises. Die Grenzgängerbewilligung (Ausländerausweis G) wird in der Regel für fünf Jahre erteilt und wird, insofern man weiter als Grenzgänger tätig ist, anschließend verlängert. 

Will man sich als Ausländer längerfristig in der Schweiz aufhalten und auch den Wohnsitz dorthin verlegen, so kann man zum Aufenthalter werden. Aufenthalter erhalten eine Aufenthaltsbewilligung (Ausländerausweis B), es sei denn, der Aufenthalt ist auf ein Jahr oder weniger befristet – dann erhält man in der Regel eine Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausländerausweis L)

Aufenthaltern mit Ausländerausweis B kann nach einem Aufenthalt von 5 bzw. 10 Jahren in der Schweiz die Niederlassungsbewilligung (Ausländerausweis C) erteilt werden – das Aufenthaltsrecht gilt damit unbeschränkt. 

Persönliche Beratung

 

Steuern

Für den klassischen Grenzgänger (tägliche Rückkehr vom Schweizer Arbeitsort an den deutschen Wohnort) besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen. Die Einkommenssteuer ist vollständig im Wohnland, also Deutschland, zu entrichten. Dazu wird ein Formular zur Erfassung der steuerlichen Situation vom Finanzamt ausgehändigt, in welchem beispielsweise Angaben zu den Einkünften, Fahrtwegen oder der Sozialversicherung gemacht werden. Außerdem erhält man als Grenzgänger die sog. Ansässigkeitsbescheinigung in dreifacher Ausfertigung: eine Ausfertigung dient dem Finanzamt und wird an die kantonale Steuerbehörde in der Schweiz weitergegeben; eine wird dem Arbeitgeber ausgehändigt, damit die Quellensteuer vom Lohn abgezogen werden kann und eine Ausfertigung erhält der Grenzgänger für seine Unterlagen.

Außerdem entrichtet der Grenzgänger eine pauschale Quellensteuer (derzeit 4,5% Stand 2016) auf seine Einkünfte in der Schweiz – diese werden direkt vom Arbeitgeber abgezogen und entrichtet und werden auf die deutsche Einkommenssteuer vollständig angerechnet.

Grenzgängerdienst.de ist nicht steuerberatend tätig – wir arbeiten aber mit spezialisierten Steuerberatern zusammen und geben Ihnen gerne eine Empfehlung.

Persönliche Beratung

 

Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Als Grenzgänger von Deutschland in die Schweiz bieten sich Ihnen drei Varianten der Krankenversicherung an. Welche dieser Varianten am besten zu Ihnen passt, hängt ganz entscheidend von Ihrer Situation ab: Ihr derzeitiges Alter, Gesundheitszustand, familiäre Situation, gewünschtes Leistungsniveau, Perspektive im Rentenalter. Gerne ermitteln wir gemeinsam mit Ihnen die beste Lösung.

Grundsätzlich hat jede der drei Varianten zur Grenzgänger-Krankenversicherung ihre Daseinsberechtigung. Wir ermitteln gemeinsam mit Ihnen, welche Variante am besten zu Ihnen passt. Ist dieser Schritt getan, so wählen wir abhängig von Ihrer Situation, Versicherbarkeit und der gewünschten Preis-Leistung die für Sie perfekten Tarife. Dabei können wir als Versicherungsmakler auf alle leistungsstarken Grenzgänger-Versicherer zugreifen: Schweizer Krankenkassen, deutsche private Krankenversicherer sowie deutsche gesetzliche Krankenkassen.

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick zu den drei Varianten:

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung für Grenzgänger

Die freiwillige gesetzliche Versicherung kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn entweder ein sehr geringes Einkommen erzielt wird (etwa als Praktikant/in) oder wenn etwa eine Teilzeitstelle mit tendenziell geringerem Einkommen besteht und zugleich Familienangehörige kostenlos mitversichert werden sollen. Hier bietet die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung Grenzgängern die Möglichkeit, die kostenfreie Familienversicherung der GKV zu nutzen. Sind Sie Single, haben ein mittleres oder hohes Einkommen oder sind Ihnen umfassende Leistungen in beiden Ländern wichtig, so ist diese Variante eher weniger interessant. Denn die deutsche gesetzliche Krankenkasse trägt für gewöhnlich nur einen Teil der Behandlungskosten in der Schweiz. Außerdem sind Leistungen hier nicht für die gesamte Laufzeit garantiert, sondern können reduziert werden.

Private Krankenversicherung für Grenzgänger

Die private Krankenversicherung bietet Grenzgängern unter Umständen ebenfalls einige Vorteile. Den Umfang des Versicherungsschutzes wählen Sie als Grenzgänger selbst aus. Dabei sollte tendenziell Wert auf umfassende Leistung gelegt werden – schließlich verbleibt man möglicherweise ein Leben lang in der gewählten privaten Krankenkasse. Ein Wechsel von einer PKV zur anderen ist aufgrund der Alterungsrückstellungen meist nicht empfehlenswert. Daher sollte beispielsweise auch eine 25-jährige Grenzgängerin auf Leistungsbereiche wie Heilmittel, Hilfsmittel  oder Kurkosten achten, da diese im späteren Verlauf sehr wichtig werden können. Für Grenzgänger ist außerdem zumeist die Deckung bei Behandlung in der Schweiz wichtig. Nur wenige private Krankenversicherer bieten dies umfassend an – wir arbeiten mit diesen zusammen. Wichtig: die private Krankenversicherung birgt auch Nachteile.  Eine kostenlose Absicherung von Familienangehörigen ist nicht möglich, für Väter oder Mütter kann die PKV also teuer werden. Auch ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung Deutschlands unter gewissen Umständen nicht möglich, meist etwa für Rentner. Und aufgrund der Niedrigzinsphase sowie des medizinischen Fortschritts steigen die Versicherungsbeiträge zur PKV regelmäßig an – von letzterem sind allerdings auch gesetzliche Varianten betroffen. 

Gesetzliche Pflichtversicherung in der Schweiz nach KVG (auch als E106 bekannt)

Die gesetzliche Pflichtversicherung in der Schweiz nach KVG ist mittlerweile die beliebteste Variante in der Krankenversicherung für Grenzgänger – sie vereint Vorteile der beiden vorgenannten Varianten und bietet zugleich nur sehr wenige Nachteile. Aufgrund eines zwischenstaatlichen Sozialversicherungsabkommens besteht in diesem Modell Leistungsanspruch in beiden Ländern. Zugleich sind die Beiträge nicht einkommensabhängig und in der Regel deutlich günstiger als in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung. Leistungsbereiche wie Pflege, Zahnbehandlung und Zahnersatz und stationäre Behandlung in der Schweiz sollten durch entsprechende Zusatzversicherungen abgedeckt werden – dazu verfügen wir über spezielle Konzepte. Die Absicherung von Familienangehörigen ist dabei meist günstig: arbeitet der/die Ehepartner/in in Deutschland und ist in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, so können alle Kinder kostenlos mitversichert werden. Und bei Arbeitslosigkeit, beruflicher Rückkehr nach Deutschland oder Bezug der Altersrente aus der deutschen Rentenversicherung erfolgt die garantierte Rückkehr in die deutsche gesetzliche Krankenkasse. 

Besonderheit: Optionsrecht

Als Grenzgänger in der Schweiz entscheidet man sich innert drei Monaten ab Arbeitsbeginn für eine Variante der Krankenversicherung. Oft wählen Grenzgänger im jungen Alter eine, zumindest auf den ersten Blick, günstige private Variante. Diese erweist sich bei einer späteren Veränderung der Lebensumstände häufig als falsche Wahl. Bis März 2017 hatten Grenzgänger die Möglichkeit, bei einer Familienstandsänderung (Heirat, Geburt eines Kindes, Scheidung oder Tod des Ehepartners) ein sogenanntes neues Optionsrecht zu nutzen und beispielsweise von der privaten Krankenversicherung oder der Mondial (VVG) Versicherung in die gesetzliche Variante gemäß KVG zu wechseln. Seit 01.03.2017 gibt es darauf keinen Anspruch mehr. Trotzdem handhaben viele Kantone dies nach wie vor kulant und ein Wechsel ist möglich. Im Frühling 2015 wurde außerdem ein Urteil des Bundesgerichts gefällt, wonach Grenzgänger, die sich nicht schriftlich von der Versicherungspflicht nach KVG befreit haben, auf Anfrage ein neues Optionsrecht nutzen können. Dies ist für viele der einfachste Ausweg aus einer privaten Versicherungsvariante. Wir prüfen gerne alle Möglichkeiten für Sie und finden gemeinsam mit Ihnen eine maßgeschneiderte Lösung. 

Persönliche Beratung

 

Rentenversicherung

Die Altersvorsorge im Schweizer Sozialversicherungssystem basiert auf drei Säulen: der Alters- und Hinterlassenenversorgung (AHV/IV/EL/EO), der beruflichen Vorsorge (BVG oder Pensionskasse/UVG/Krankentaggeldversicherung), sowie der privaten Vorsorge, häufig “Säule 3” oder dritte Säule genannt. Vor allem letztere wirft bei Grenzgängern häufig Fragen auf.

Wir helfen Ihnen gerne weiter und beraten Sie zu den Gestaltungsmöglichkeiten Ihrer privaten Vorsorge / Säule 3A. Nachfolgend erhalten Sie eine kurze Übersicht über die einzelnen Altersvorsorgemöglichkeiten.

Erste Säule: AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung)

Wer in der Schweiz wohnt, und/oder eine Erwerbstätigkeit ausübt, der ist in der AHVpflichtversichert. Analog dazu besteht auch die Pflichtversicherung in der Invalidenversicherung (IV). Die AHV soll den Existenzbedarf im Alter weitestgehend decken.

Jeder AHV-Versicherte erhält eine Versichertenkarte, auf der die AHV-Nummer und der Name der zuständigen AHV-Ausgleichskasse vermerkt ist. Die Beiträge werden automatisch vom Arbeitgeber abgeführt und liegen aktuell bei 5,15% (AHV/IV/ELO).

Grundlage für die Rentenberechnung im Alter ist die Zahl an Jahren, in denen eingezahlt wurde, sowie das Jahreseinkommen des Versicherten.

Für Frauen beginnt die Regelaltersrente in der Schweiz mit 64, für Männer mit 65. Bei Frauen ist auch ein Vorbezug ab 62 Jahren möglich, allerdings verbunden mit einer Rentenkürzung.

Zweite Säule: BVG (Berufliche Vorsorge), “Pensionskasse”

Jeder Arbeitnehmer, der mindestens 21.150 CHF pro Jahr verdient, bezahlt obligatorisch Beiträge zur BVG, landläufig auch “Pensionskasse” genannt. Die Beiträge sind bis zu einem Arbeitsentgelt von maximal 84.600 CHF zu bezahlen. Die Beiträge für die dadurch abgesicherten Risiko- und Altersleistungen sind gestaffelt, abhängig vom Alter des Versicherten. Dabei muss der Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Beiträge übernehmen, es ist jedoch auch mehr möglich, der sogenannte überobligatorische Anteil.

Im Gegensatz zur AHV ist das Pensionskassen- oder BVG-Guthaben kapitalgedeckt – die Beiträge werden auf einem individuellen Pensionskassenkonto gesammelt und verzinst. Wie in der AHV liegt das ordentliche Rentenalter bei Männern bei 65, bei Frauen bei 64 Jahren. Unter Umständen ist ein Bezug als einmalige Kapitalleistung, alternativ zur lebenslangen Rente, möglich.

Dritte Säule: Gebundene Vorsorge (3a) und freie Vorsorge (3b)

Die Lücken der AHV und BVG im Vergleich zum vorherigen Einkommen kann man als Grenzgänger oder Aufenthalter durch private Vorsorge, die dritte Säule der Altersversorgung, abdecken. Dabei wird zwischen der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) und der freien Vorsorge (Säule 3b) unterschieden.

Die gebundene Vorsorge (Säule 3a) dient ausschließlich und unwiderruflich der Altersvorsorge. Die Säule 3a bringt die größten steuerlichen Vorteile, da sie staatlich gefördert wird. Bis zu einem Höchstbetrag von 6768 CHF (Stand 2016) können Beiträge in diese Variante der Vorsorge eingezahlt werden.

Die freie Vorsorge (Säule 3b) umfasst auch weitere Varianten der privaten Vorsorge, nicht nur Versicherungspolicen, sondern auch das weitere Privatvermögen. Im Gegensatz zur Säule 3a genießt die Säule 3b keine grundsätzlichen Steuervorteile. Dafür sind die Erträge bei der Auszahlung steuerfrei.

Besonderheit: Die Säule 3A für Grenzgänger

Als Grenzgänger profitieren Sie in der Regel automatisch von den beiden ersten Säulen des Schweizer RentensystemsAHV und BVG (Pensionskasse). Die 3. Säule im eigentlichen Sinne bleibt Ihnen als Grenzgänger, im Gegensatz zu den Schweizer Arbeitskollegen, verschlossen.

Um Grenzgängern eine adäquate Versorgung zu ermöglichen, hat die Oberfinanzdirektion in Karlsruhe erlassen, dass Grenzgänger Zugang zur steuerlich geförderten Direktversicherung (§3 Nr. 63 EStG) bekommen.

Diese dritte Säule für Grenzgänger ermöglicht Ihnen, bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei in eine Direktversicherung einzubezahlen – beispielsweise bei der Helvetia oder der Zurich. Da die Beiträge steuerfrei sind, können Sie mit einem vergleichsweise geringen Eigenbeitrag einen hohen Beitrag für Ihre Altersvorsorge aufbringen. Erst die Auszahlung im Rentenalter muss dann nachgelagert versteuert werden.

Die Steuervorteile durch die 3. Säule für Grenzgänger können Sie entweder über Ihre jährliche Steuererklärung oder durch eine Reduzierung Ihrer Vorauszahlung an das Finanzamt geltend machen.

Falls notwendig, kann der Vertrag auf einen neuen Arbeitgeber, auch in Deutschland, übertragen oder privat fortgeführt werden. Bei Arbeitslosigkeit kann der Vertrag ebenfalls privat fortgeführt oder beitragsfrei gestellt werden – außerdem ist der Vertrag Hartz-4-geschützt!

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Unfallversicherung

Für Arbeitnehmer in der Schweiz, also auch für Grenzgänger, besteht eine Unfallversicherungspflicht (UVG).

Die Berufsunfallversicherung leistet für Berufskrankheiten und Berufsunfälle. Träger der Berufsunfallversicherung ist meist die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, kurz SUVA. Die Beiträge werden vom Arbeitgeber übernommen. Auch Nichtberufsunfälle werden in der Regel für Arbeitnehmer versichert, der Beitrag hierfür wird aber dem Arbeitnehmer vom Lohn abgezogen. Je nach Gefährdung des ausgeübten Berufs liegt der Beitrag für den Arbeitnehmer bei etwa ein bis drei Prozent des Bruttoeinkommens.

Persönliche Beratung

 

Arbeitslosenversicherung

Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung erbringen Sie als Grenzgänger in der Schweiz. Der Beitragssatz liegt bei 2,2% (bei Löhnen über 126.000 CHF pro Jahr 2,0%), wobei jeweils die Hälfte von Arbeitgeber und die andere Hälfte vom Arbeitnehmer zu tragen ist – also 1,1% (bzw. 1,0%).

Im Falle der Arbeitslosigkeit ist dann die deutsche Agentur für Arbeit Ihres Wohnortes zuständig, wobei sich das Arbeitslosengeld am vorherigen Bruttolohn in der Schweiz bemisst.

Persönliche Beratung

 

Weitere Produkte und Dienstleistungen


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